GRATISER  

HP-UX

HP-UX
EntwicklerHewlett-Packard
Version11i v3 Update 2
(April 2008)
AbstammungFrüher (bis Version 2.x)
\ UNIX \ UNIX System III \ HP-UX
Seit Version 5.0
\ UNIX \ UNIX System V \ HP-UX
ArchitekturenPA-RISC, Itanium, Itanium 2 (eingestellt FOCUS, 68k)
LizenzProprietär
Websitehp.com/go/hpux

HP-UX (Hewlett Packard UniX) ist ein kommerzielles Unix-Betriebssystem der Firma Hewlett-Packard und stammt aus der UNIX System V-Familie.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Betriebssystem HP-UX wurde für Rechner der HP 9000-Serie entwickelt, angefangen wurde 1982 mit einer System III (später System V) konformen Version und der HP 9000 Serie 500, die mit der von HP eigenständig entwickelten FOCUS-CPU-Architektur arbeitete. Bereits 1983 fand eine Portierung auf 680×0-basierte Workstations der Serien 200 (später auch Serie 300 und Serie 400) statt. Ab 1986 HP 9000/840 erfolgte die Portierung auf PA-RISC, mit den Baureihen HP 9000 Serie 800 (Server) und der später eingeführten HP 9000 Serie 700 (Workstations). Seit 2000 wird, beginnend mit der Version HP-UX 11i, auch die Architektur des Intel Itanium unterstützt. Seit 2003, beginnend mit Version HP-UX 11.23, werden ausschließlich Server, entweder auf PA-RISC- oder Itanium-Basis, unterstützt.

Nach dem Aufkauf von Compaq war geplant, Cluster-Techniken (v. a. das Cluster-Dateisystem AdvFS und die Cluster-Software TruCluster) aus dem Betriebssystem Tru64 UNIX in HP-UX einfließen zu lassen, jedoch wurde dieses Projekt Ende 2004 eingestellt.

Bei HP-UX zeigt sich momentan ein deutlicher Abwärtstrend (HP-UX verliert im SAP Umfeld Marktanteile -40,9%) , der wohl zumindest zum größten Teil seine Ursache darin hat, dass die HP-UX-Plattform “Itanium” seit längerem stagniert (Itanium-Quadcore „Tukwila“ erneut verschoben) und mit den Performancesteigerungen und Weiterentwicklungen der X86-64 Systeme wohl auf Dauer nicht mithalten können wird und daher allmählich das Vertrauen der Hersteller (Unisys hält Grabrede für Itanium), der Fachpresse (ZDNet: Warum Intels Itanium gescheitert ist) und letztendlich auch der Kunden verliert. Auch stagniert die Weiterentwicklung von HP-UX, zumindest im Vergleich zu Linux oder Windows und wird von kritischen Geistern auch schon mal Tod gesagt. Linux ist auch auf HP-Hardware flexibler und nicht wie HP-UX nur auf HP-Integrity Server beschränkt, sondern für fast alle Server, Workstations und PCs bis hin zum Notebook verfügbar. Falls es also mit Itanium doch nichts werden sollte, sind Anwender die heute schon auf Linux (anstatt HP-UX) setzten sicher im Vorteil. Natürlich kann man auch aus den gleichen Gründen auf Windows setzen, auch das ist für praktisch alle HP-Server, Workstations und PCs bis hin zum Notebook verfügbar. Ob letztendlich neue Itanium Prozessor-Generationen das Problem lösen, ob sich HP-UX (wie andere Unices zuvor) in Richtung X86-64 öffnet oder ob HP die Zukunft bei Linux oder Windows sieht, bleibt abzuwarten.

Besonderheiten

Mit HP-UX wurden das erste Mal unter UNIX die Zugriffskontrollliste zur erweiterten Berechtigungssteuerung beim Zugriff auf Dateien eingeführt. HP-UX war mit AIX eines der ersten Unix-Derivate, das einen Logical Volume Manager im Betriebssystem integrierte. Zusätzlich zu dem HP-LVM, der aus dem gemeinsamen Projekt OSF/1 abgeleitet wurde, gibt es seit der Version 11.11 den VxVM (Veritas Volume Manager), der wie auch das standardmäßig verwendete Dateisystem VxFS aus der Zusammenarbeit mit Veritas stammt.

Die Installation von Software und die Verwaltung von Programmpaketen erfolgt über den Software-Distributor (SD-UX), der den POSIX 1387.2-1995-Standard implementiert. SD-UX ist in der Lage, zentrale Software-Depots zu verwalten und über Netzwerke Installationen vorzunehmen.

Das Betriebssystem ist skalierbar, von Workstations mit einer CPU bis hin zu Superdomes (HPs größte Rechnerklasse) mit 128 CPUs und 2 TB Hauptspeicher. Mit OLA/R (On-line Addition/Replacement) ist es möglich, einem laufenden System PCI-Karten hinzuzufügen oder auszutauschen.

Auf Itanium-Rechnern können Programme, die für die PA-RISC-Architektur compiliert sind, ohne Änderungen weiterverwendet werden. Eine Emulationsschicht (ARIES – Automatic Recompilation and Integrated Environment Simulation) übernimmt hierbei die nötige Umsetzung.

Versionsübersicht

VersionDatumBeschreibung / Änderungen
1.01982Erste verfügbare Version für HP 9000 Serie 500 mit FOCUS-CPU
2.01983Portierung auf HP Workstations Motorola-680×0-CPU
5.31985Letzte Version mit FOCUS-Support
7.001989Motif wird Teil der Standardinstallation
8.001991Visual User Environment (VUE) wird als grafische Oberfläche eingeführt
9.001992Unterstützung für den PA-RISC 7100, Hardware-Änderungen am laufenden System möglich (mit dem neuen ioscan-kommando)
10.001995Das Filesystem-Layout entspricht den System-V-Konventionen, Einführung des LVM und SD-UX, 680×0-basierte Systeme werden nicht mehr unterstützt
10.201996Unterstützung für PA-RISC 2.0
11.001997Durchgängige 64bit-Fähigkeit, Unterstützung von Fibre Channel, NFSv3 und nachladbaren Kernel-Modulen
11.11 (11i v1)2000Kernel-Parameter können ohne Neustart geändert werden. Letzte Version mit Support für PA-RISC-Workstations. Neuere HP-UX Versionen laufen möglicherweise auf ausgewählten 64-Bit PA-RISC Workstation-Konfigurationen, dennoch werden diese vom Hersteller nicht unterstützt (und wurden auch nicht evaluiert). OLA/R
11.20 (11i v1.5)2001Erste Version für Itanium-Prozessoren.
11.22 (11i v1.6)2002Unterstützung von Itanium 2-Prozessoren, IPv6- und IPSec-Stacks werden mitgeliefert.
11.23 (11i v2)2003Gemeinsame Version für Itanium 2 und PA-RISC-Prozessoren
11.31 (11i v3)2007Unterstützung von Dual Core Intel Itanium 2 Prozessor mit Hyper-Threading, NFSv4, überarbeiteter Fibre Channel/SCSI-Layer

Literatur

  • Chris Cooper: HP-UX Internals, Prentice Hall PTR, 2004, ISBN 0-13-032861-8.
  • Asghar Ghori : HP Certified Systems Administrator (2nd Edition) — HP-UX Training Guide for HP0-095 and HP0-A01 Exams and Administrator’s Reference, Endeavor Technologies Inc., 2007, ISBN 978-1-4243-4231-0.

Hewlett-Packard HP-UX
  • HP-UX-Porting and Archive Center: Portierungen von Open-Source-Software nach HP-UX
  • © Dieser Artikel zu HP-UX stammt von Wikipedia und ist lizensiert
    unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu HP-UX , die Versionsgeschichte
    und die Liste der Autoren einsehen.
    © Dieser Artikel zu stammt von Wikipedia und ist lizensiert
    unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu , die Versionsgeschichte
    und die Liste der Autoren einsehen.