Rieselfelder
Rieselfeld
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Rieselfelder sind Anlagen zur Reinigung von Abwässern.
Das Abwasser wird, möglichst großflächig, auf einem durchlässigen, kiesigen Bodenkörper verrieselt. Beim Durchgang im Boden werden die Inhaltsstoffe mechanisch an den Bodenteilchen festgehalten. Die so filtrierten Substanzen werden durch sessile (auf Bodenkorn aufgewachsene) Mikroorganismen biologisch abgebaut.
Mit dem Wachstum der städtischen Siedlungen und den Erkenntnissen der Hygiene wurde die Forderung nach einer Abwasserreinigung erkannt. Die Rieselfeld-Technologie war im 19. Jahrhundert eine frühe Form der Abwasserverwertung. Aufbauend auf den Forschungen Justus von Liebigs über den Stoffkreislauf wurde sie durch Sozialreformer wie Edwin Chadwick und Georg Varrentrapp propagiert. Mit seinen Erfahrungen aus England entwarf James Hobrecht eine umfangreiche Entwässerung für Berlin, das um die 1870er Jahre die drittgrößte Weltstadt war. Begünstigt wurde diese Technik auch durch die Entwicklung der Hygieneforschung durch Robert Koch.
Pflanzenkläranlagen sind eine verwandte Methodik der Klärung.
Heute bieten stillgelegte Rieselfelder zahlreichen Wat- und Wasservögeln einen relativ ungestörten Lebensraum bzw. Aufenthaltsplatz. Sehr bekannt ist beispielsweise das Europareservat Rieselfelder Münster, das neben unterschiedlichsten Dauerbewohnern auch Kranichen auf der Durchreise Unterschlupf gewährt.
Das frühere Freiburger Rieselfeld ist heute ein Stadtteil mit selbigem Namen.
Rieselfelder in Deutschland
- Braunschweiger Rieselfelder
- Berliner Rieselfelder
- Rieselfelder Windel (Bielefeld)
- Rieselfelder Dortmund
- Rieselfelder Münster
- Rieselfeld (Freiburg im Breisgau)
Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu den Berliner RieselfeldernWiederbewässerung der Rieselfelder um Hobrechtsfelde Stiftung Rieselfelder Windel Braunschweiger Rieselfelder
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